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Abenteuergeschichten aus der Universitätsvertretung der ÖH WU

Ich wurde heute Zeuge eines Schauspiels, von dessen Lächerlichkeit mir schon viel berichtet wurde, ich in meiner Naivität aber nie wahrhaben wollte. Heute ist ein kleiner Teil dieses lieben Kindes in mir gestorben.

Pünktlich um 6:40 Uhr läutete mein Wecker. Nach zwei sehr anstrengenden Nächten im Nachtdienst mit insgesamt 4 Stunden Schlaf mache ich mich auf, um zuhause noch einige Sachen für die „2. ordentliche Sitzung der Universitätsvertretung ÖH WU im WS 2011/2012“ vorzubereiten. Zwei ordentliche Tassen Kaffee, ein Red Bull und eine kalte Dusche später, packe ich meine sieben Sachen, meinen Bericht als Ausschussvorsitzender und leider keinen Regenschirm und begebe mich Richtung WU. Klitschnass aber trotzdem erstaunlich motiviert meldet sich unterwegs Elias bei mir. Er berichtete, dass der Fraktionssprecher der VSStÖ einen formalen Fehler bei der Einladung zur UV Sitzung entdeckt hat und deswegen die Sitzung abbrechen lassen will. Der Fehler bestand darin, dass der Vorstand der ÖH WU (AG) die Einladung per Mail ausgesandt hat und nicht, wie es in der Satzung vorgeschrieben ist, per Post.

Der ausschlaggebende Teil des Paragraphen aus der Satzung der ÖH WU:

§ 3 (1) „…Die Einladungen hierzu sind den Mitgliedern der UV mindestens eine Woche vor der Sitzung (Datum des Poststempels oder der persönlichen Unterzeichnung der Übernahme durch die Mandatarinnen und Mandatare) unter Angabe von Zeit, Ort und Tagesordnung der
Universitätsvertretungssitzung nachweislich zuzustellen…“

Ich war erstaunt, wie man sich über solche Kleinigkeiten aufregen kann, beziehungsweise eine Sitzung, zu der sich jeder trotz monsunartigen Ergüssen über Wien und einer unkorrekten Einladung trotzdem hinbegibt, dann abblasen will. Ja, alle 17 Mandatare waren zu Sitzungsbeginn brav anwesend, also dürfte die Einladung auch bei jedem angekommen sein.
Noch immer keimte ein Funken Hoffnung in mir, dass der ganze Vormittag doch nicht umsonst ist und wir die Sitzung abhalten können. Meine Naivität sollte bestraft werden.

Die Sitzung beginnt und der erste Tagesordnungspunkt wird verlesen. Prompt steht der Fraktionssprecher der VSStÖ auf und schreitet in Richtung Rednerpult. Er beschwert sich, wie erwartet, über die nicht ordnungsgemäße Einladung und verlangt deswegen den Sitzungsabbruch. Hört, hört!
Die AG bietet nach zehnminütiger Sitzungsunterbrechung einen Kompromiss an und schlägt vor, dass sich alle Mandatare - für das Protokoll - einverstanden erklären die Sitzung trotz formal falscher Einladung weiter zu führen. Es waren ja alle anwesend, also wieso nicht? Schon wieder diese trügerische Hoffnung in mir.
Nochmals zehn Minuten Unterbrechung und eine Zigarette für die Nerven meinerseits später - die Absage für das Kompromissangebot. Die VSStÖ und die Gras können anscheinend auf dieser unseriösen Ebene nicht mitwirken. In ihren Augen soll die AG sich ihrer Verantwortung bewusst werden und auch korrekt nach Satzung arbeiten. Kurzzeitig fühlte ich mich in die Schule zurückversetzt, weil so viel Belehrendes im Schlagabtausch der beiden Blöcke durch den Raum schwang. Und mittendrin Elias und ich, erstaunt ob der Lächerlichkeit. Trotzdem, ein durchaus berechtigter Punkt – wenn man einlädt, dann richtig.
Aber deswegen eine Sitzung ausfallen lassen, obwohl ein Kompromiss da war? Nun ist es ja so, dass dieses Semester mindestens noch eine UV Sitzung abgehalten werden muss und die AG nun einen Termin mitten in der Prüfungszeit oder den Ferien finden soll. Ist das wirklich euer Ziel liebe Kolleginnen und Kollegen der VSStÖ und Gras?

Die Intention der linken Mandatare in der ÖH WU sei natürlich zu hinterfragen. Wahrscheinlich wollten sie den AG'lern für all die ungerechten Behandlungen in der Vergangenheit einfach eins auswischen, da sich über die Jahre viel Hass zwischen den beiden Blöcken angestaut hat.

Nun werden wir sehen, wie der ÖH Vorstand (AG) in dieser Angelegenheit reagieren wird. Es ist einfach schade, dass die heutige Sitzung wegen eines ideologischen Grabenkampfes und alter Rivalitäten ausfallen musste. Es hätte wichtige Themen zu besprechen gegeben, zum Beispiel Studiengebühren oder die Studienberechtigung von Drittstaatsangehörigen. Die eigenen Interessen der Fraktionen VSStÖ und Gras hatten aber heute mal wieder Vorrang.

Fest steht, eine Satzungsänderung muss her und eine Sitzung muss dieses Semester ja noch abgehalten werden. Wir werden sehen was noch passiert.

Wir halten euch auf dem Laufenden!

Kristian & Elias

Kommentare

Bild des Benutzers h.joebstl

mein Beileid ;)

Es sei noch angemerkt, dass der VSSTÖ-Ausschussvorsitz (Wirtschaftsausschuss) die Tagesordnung der Sitzung am Vorabend ausgeschickt hat. Es wurde die Sitzung ganz normal abgehalten.. weil auch alle anwesend und in kenntnis der lage war.

der Vsstö zeichnet sich nur durch destruktivität aus, die GRAS is das anhängsel.. Bin froh, dass es nicht der ganzen opposition ums herumspinnen geht ;)

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